Diese Leseprobe gibt Einblick in Ton, Tiefe und Haltung des Buches
„Ich war nie falsch – Der Weg zu mir selbst“.

Sie umfasst das Vorwort und den Beginn des ersten Kapitels.

Ich war nie falsch – Der Weg zu mir selbst

Ich war nie falsch – Der Weg zu mir selbst

Wie ich als neurodivergente Frau meine Wahrheit fand – trotz Trauma, Maskierung und Schmerz.

Ein Erfahrungsbuch für alle, die sich selbst erkennen wollen

Vorwort

Dieses Buch ist für alle, die sich je gefragt haben, ob mit ihnen etwas nicht stimmt.

Für jene, die leiser fühlten, anders dachten, tiefer litten – und zu lange glaubten, sie müssten sich anpassen, um zu existieren.

Ich schreibe diese Zeilen nicht als Expertin für perfekte Lösungen, sondern als Frau, die durch Dunkelheit, Schmerz und das Gefühl der Unsichtbarkeit ging. Ich habe gelernt, dass Heilung nicht bedeutet, „normal“ zu werden – sondern echt. Und dass der Weg zu sich selbst kein Ziel ist, sondern eine tägliche Entscheidung.

Vielleicht erkennst du dich in manchen Seiten wieder – vielleicht nur in den Zwischenräumen.

Wenn dieses Buch dir Mut macht, deine eigene Wahrheit zu spüren, dann hat es seinen Sinn erfüllt.

Ich war nie falsch.

Und du auch nicht.

Kapitel 1

Das leise Gefühl, anders zu sein

Ich war noch sehr klein, als sich mein Anderssein zeigte – für alle sichtbar, aber für niemanden verständlich.

Bis zu meinem dritten Lebensjahr sprach ich kein einziges Wort. Ich beobachtete, nahm wahr, war da – aber ich blieb stumm.

Mein Essverhalten war genauso reduziert wie mein Ausdruck: Ich aß nur zwei bestimmte Mahlzeiten, weigerte mich gegen alles andere. Für die Erwachsenen war das „schwierig“ – für mich war es das Einzige, was sich sicher anfühlte.

Ich spürte so vieles – aber ich konnte es nicht sagen. Ich hatte keine Worte, keine Sprache für das, was in mir war.

Und so wurde ich schnell in eine Schublade gesteckt: „stur“, „eigensinnig“, „ungehorsam“.

Niemand fragte, ob ich vielleicht überfordert war. Ob ich Schutz brauchte. Ob mein Schweigen vielleicht Ausdruck einer tieferen Welt war, die ich noch nicht benennen konnte.

Ich war da – ganz da. Aber niemand verstand die Sprache, in der ich existierte.

Und ich lernte früh: Wer anders ist, wird nicht gefragt, sondern beurteilt.

Wer nicht spricht, wird übergangen.

Wer sich verweigert, wird erzogen.

Als ich endlich zu sprechen begann, war ich vorsichtig mit meinen Worten.

Ich wog sie ab, fühlte sie, hielt sie oft zurück.

Und irgendwann – lange bevor ich die Schule betrat – hatte ich mir bereits eine feste Regel geschaffen:

Sprich nur, wenn du sicher bist, dass es richtig ist.

Diese Regel blieb. Sie wurde zu meinem inneren Kompass – und zu meiner Mauer.

Denn mit jedem Wort, das ich nicht aussprach, wurde ich leiser in mir selbst.

Und doch war ich nie falsch. Ich war nur still – in einer Welt, die Lautstärke mit Wahrheit verwechselte.

Was ich lange als Fehler empfand, war in Wahrheit meine tiefste Wahrheit.
Und so begann mein Weg:

Nicht in ein „normales“ Leben.

Sondern in mein eigenes.

In ein Leben, das zu mir passt.

Still. Wahr. Echt.

„Ich war nicht falsch. Ich war nur zu früh echt in einer Welt, die noch spielte.“

Cristine Falkenstein

Wenn du informiert werden möchtest kontaktiere mich unverbindlich.